Alltagspraxis Nr. 13 – Achtsam Zuhören 3 Kommentare


Wenn wir im Gespräch mit einem anderen Menschen sind, vergleichen wir das Gehörte meist sofort mit unseren eigenen Vorstellungen, bewerten es, überlegen, welche Auswirkungen es auf uns hat oder welche Antwort wir geben werden.

Wir können Gespräche aber auch als eine Möglichkeit sehen, Stille und Bewusstheit zu praktizieren. Dadurch gewinnen nicht nur wir selbst, zugleich bekommt unser Gesprächspartner einen Raum, um sich auszudrücken und wahrgenommen zu werden, statt dass unser Denken diesen Raum ausfüllt. Dies ist eines der größten Geschenke, das Menschen einander machen können.

Wenn du also das nächste Mal mit einem anderen Menschen sprichst, dann versuche, innerlich ganz still zu werden, zuzuhören, ohne zu vergleichen, ohne zu analysieren und ohne zu bewerten. Dabei kann es hilfreich sein, sich über den Körper im Jetzt zu verankern.  Osho ermuntert uns beispielsweise, mit dem Herzen zuzuhören, also zuzuhören, als hätten wir keinen Kopf, als wären die Ohren stattdessen direkt mit dem Herzen verbunden.

„Empathie ist ein respektvolles Verstehen der Erfahrungen anderer Menschen. Anstatt Empathie anzubieten, haben wir oft einen starken Drang, Ratschläge zu geben oder zu beschwichtigen und unsere Meinung oder unser eigenes Gefühl darzulegen. Empathie hingegen fordert uns auf, unseren Kopf leer zu machen und anderen mit unserem ganzen Wesen zuzuhören.“ Marshall Rosenberg

Wenn unser Gegenüber gerade ein Problem zum Ausdruck bringt, und wir geben ihm den Raum dafür, dann bewirkt dies automatisch Entwicklung. Damit wächst ganz von selbst das Problemlösungspotential. Oft entsteht dadurch die Lösung des Problems im Sprechenden selbst – und das ist eine bessere Lösung, als unsere Antwort es je sein kann. Wenn jemand mit einem Problem zu dir kommt, gib also ruhig einmal keine Ratschläge, bemitleide nicht und verzichte darauf, dein Gegenüber zu trösten – gib einfach nur ihren/seinen Worten Raum und höre achtsam zu. 

„Der Glaube, wir müssten Situationen in Ordnung bringen und dafür sorgen, dass es anderen wieder besser geht, hindert uns daran, präsent zu sein.“ Marshall Rosenberg


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