Im Alltag: Das Eis schmelzen


Unser Festhalten an Vorstellungen und Idealen lässt uns Menschen, denen wir begegnen, sekundenschnell bewerten. Damit festigen und verteidigen wir unsere Muster. Der dürftige Gewinn dieser Lebensweise ist eine scheinbare Sicherheit, der Preis sind Isolation von anderen und der Verzicht auf Mitgefühl.

Um diese Aussagen selbst zu überprüfen, gibt es eine ganz einfache Übung: Spaziere für ein paar Minuten durch eine belebte Straße und versuche den Menschen mit Offenheit zu begegnen. Und nun beobachte, wie schnell du jemanden in eine Schublade steckst, ihn/sie bewertest, Sympathie oder Antipathie aufbaust oder völlig gleichgültig bist. Verurteile dich nicht für deine Reaktionen, sondern nimm einfach nur mitfühlend zur Kenntnis, wie schnell du dein Herz verschließt und dich in die Sicherheit eines Musters flüchtest.

Dies ermöglicht dir zum einen Mitgefühl mit allen Menschen, die ebenfalls versuchen, sich durch Muster zu schützen – und das ist der Großteil der Menschheit. Zugleich bewirkt dein freundliches Gewahrsein, dass sich deine Vorbehalte auflösen wie Nebel im Sonnenlicht. Manche schneller und manche ganz langsam, doch früher oder später wird dein Herz ganz von selbst zu seiner natürlichen Offenheit zurückfinden.

„Das Heilmittel für den Schmerz ist der Schmerz“ Rumi

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