Die Kunst des Bittens 8 Kommentare


Unser Herz und unsere Hand müssen nicht nur offen sein, um zu geben, sondern auch, um zu empfangen

 

Achtsamkeit ist ein unglaublich weites Feld. In meinem aufrichtigen Bemühen, achtsam zu sein, passiert es mir oft, dass ich mir zu viel vornehme – mit dem Ergebnis, dass mir am Abend auffällt, dass ich gar nichts umgesetzt habe. Um diese Falle zu umgehen, habe ich vor einiger Zeit begonnen, mir jeden Tag EINE bestimmte Sache vorzunehmen.

Heute ist Mittwoch.  Mittwoch ist „Zuhör-Tag“. Bei diesem Thema komme ich nie um die „Gewaltfreie Kommunikation“ von Marshall Rosenberg herum, eine der wunderbarsten Techniken, um wahre Kommunikation zwischen Menschen zu ermöglichen.

In der heutigen Übung überspringe ich die ersten drei Schritte der gewaltfreien Kommunikation – das Beobachten, das Fühlen und Formulieren der Bedürfnisse – und wende mich gleich dem vierten Schritt zu: der Bitte.

Dies ist für mich immer eine besondere Challenge, es fällt mir nämlich richtig schwer, um Hilfe zu bitten oder sie anzunehmen. In Kombination mit der Tendenz, zu hohe Erwartungen an sich zu stellen, ergibt dies ein hervorragendes Rezept für ein Burnout. ;)

Um uns in der Kunst des Bittens zu üben, können wir uns folgende drei Prinzipien zur Gewohnheit machen:

1. Formuliere eine Bitte immer positiv, fokussiere also auf das, was du brauchst, nicht auf das, was du nicht möchtest.

Zum Beispiel: „Könntest du bitte das Geschirr wegräumen und den Tisch abwischen, wenn du fertig bist? Ich fühle mich viel wohler, wenn ich nach Hause komme und alles in Ordnung ist“ statt: „Kannst du bitte nicht immer so ein Durcheinander in der Küche hinterlassen“

 

2. Formuliere deine Bitte konkret und umsetzbar.

Zum Beispiel: „Könntest du Freitag Abend auf die Kinder schauen, damit ich eine Freundin treffen kann? statt: „Ich brauche mehr Freiraum“. (Anmerkung: Konkrete und umsetzbare Bitten sind gegenüber Vertretern des männlichen Geschlechts noch wichtiger als gegenüber Frauen ;)

 

3. Betrachte deine Bitte als Vorschlag, der offen für andere Ideen ist

Zum Beispiel: „Ich genieße unsere Gespräche immer sehr. Sollen wir in unsere Kalender schauen und ein Treffen planen?“ statt: „Ich möchte dich öfter sehen. Wann treffen wir uns das nächste Mal?

Diese drei Prinzipien umzusetzen und annehmen zu können, was mir angeboten wurde, hätte einige meiner Beziehungen gerettet. Vielleicht kommen diese Anregungen für dich ja zur rechten Zeit und können zum Gelingen der einen oder anderen  Beziehung beitragen…

 

“Bitte um Erfüllung deiner Bedürfnisse wie um Blumen auf deinem Tisch, statt wie um Luft zum Atmen.” Marshall Rosenberg

 


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