Meditation auf das Herz 10 Kommentare


Liebe Praktizierende,

Ich habe die Feiertage genutzt, um Ordnung in unsere Übungssammlung zu bringen. Es sind mittlerweile 140 Meditationen und Alltagsübungen! :)

All diese Übungen haben dasselbe Ziel: Sie sollen uns helfen, unser Gewahrsein und die uns innewohnende Freundlichkeit zu entdecken. Ich verwende gerne das Bild zweier Flügel für diese beiden Qualitäten. Wenn wir durch unsere Praxis erkennen, dass wir sie nur auszubreiten brauchen, tragen sie uns sicher durchs Leben. Und gleich, welche Höhen oder Tiefen unser Leben gerade für uns bereithält, ist unser Flug immer von bedingungsloser Daseinsfreude begleitet. 

Diese Sichtweise der Meditation geht davon aus, dass es nichts zu erreichen gibt, vielmehr gilt es zu entdecken, was in jedem von uns vorhanden ist und immer schon vorhanden war. Im Buddhismus wird dies als die  „Basic Goodness“ – das „Grundlegende Gutsein“ bezeichnet. Bei manchen von uns ist es tiefer verschüttet, bei anderen ist sein Schimmern schon deutlich erkennbar. Doch vorhanden ist es in jedem/r einzelnen, denn es ist unser eigentliches Wesen.   

Viele Übungen stärken einen bestimmten Aspekt des grundlegenden Gutseins. Die folgende Meditation stärkt die Bewusstheit, die Freundlichkeit und das Vertrauen in gleichem Maß.

Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Herzraum. Löse dich vom anatomischen Wissen über die Lage deines Herzens und achte nur auf die gefühlte Wahrnehmung dieses Bereiches. Wenn du möchtest, kannst du dir zu Beginn vorstellen, dass dein Herzraum eine Knospe birgt, die sich im Licht deiner Aufmerksamkeit langsam öffnet. Nach einigen Atemzügen lasse dieses Bild los und bleibe für ein paar Minuten bei der reinen Wahrnehmung dieses Körperbereiches.  
Lasse alle Erwartungen los, was du fühlen solltest und beobachte einfach offen, neugierig und freundlich alles, was auftaucht – körperliche Wahrnehmungen, Gefühle oder auch die Abwesenheit jeglicher Wahrnehmung. Solange du dir dessen bewusst, bist, ist dies Meditation.
Falls du dich in Gedanken verlieren solltest, kehre einfach liebevoll und geduldig zum Herzraum zurück – immer und immer wieder. Nach Abschluss deiner Meditation öffne die Augen, während du zugleich im Herzzentrum verankert bleibst. So nimmst du deine Umgebung nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Herzen wahr.

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10 Gedanken zu “Meditation auf das Herz

  • Maria Stern

    Liebe Gilda!

    DANKE für diese wunderschöne Meditation!

    Ich wünsche dir ein gesundes und lichtvolles Jahr 2021 und freue mich schon auf unser Wiedersehen im JUNI

    GLG aus Tirol
    Maria

  • Anonymous

    Liebe Gilda, wieder so eine wunderbare Meditation. Du bist einfach einzigartig.
    Wünsche dir ein gesundes, bereicherndes neues Jahr, mit vielen schönen Momenten.

    Herzlichst
    Angelika

  • Linde Lipensky

    Liebe Gilda!
    Schon beim Lesen der klaren und freundlichen Anleitungen spüre ich Daseinsfreude!
    Beim Üben im Alltag ist es dann etwas anders.
    Ich will mir zu Herzen nehmen, wenigstens an die Flügel zu denken, sie wahrzunehmen wie auch immer sie grade beschaffen sind.
    Danke und ein gesegnetes Jahr!
    Linde
    aus Seekirchen

    • Gilda Autor des Beitrags

      Liebe Linde,
      Danke für deine Kommentar! Bitte, erlaube dir immer wieder, freundlich zu dir zu sein. Wenn du dir das Bild der beiden Flügel in den Alltag mitnimmst, hat die Übung schon alles erreicht, was ich mir wünschen könnte.