Übung: Gedanken beobachten


Diese Übung löst für einen Moment unsere Identifikation mit den Gedanken. Zugleich beruhigt sie ganz von selbst das Denken, da sich unsere Gedanken nicht gerne beobachten lassen.

Beginne die Übung mit einigen Atemzügen Atembeobachtung. Dann richte deine Aufmerksamkeit auf die geistige Ebene und beobachte, welcher Gedanke als nächster auftaucht. Sei wie eine Katze vor dem Mauseloch: Vollkommen aufmerksam, aber dennoch entspannt und spielerisch. Zu Beginn locke deine Gedanken ruhig ein wenig heraus, denn es geht bei dieser Übung nicht darum, keine Gedanken zu haben, sondern darum, sich ihrer bewusst zu sein – also Katze zu bleiben und sich nicht in die Maus zu verwandeln. Sobald du bemerkst, dass du dich in einem Gedanken verloren hast, kehre mit einem Lächeln zurück in die Position der Beobachterin/des Beobachters. Wenn du diese Übung auf dem Kissen praktizierst, bleibe für einige Minuten dabei. Du kannst sie aber auch als Alltagsübung nutzen, indem du immer wieder für einen Augenblick innehältst und deine aktuellen Gedanken zur Kenntnis nimmst. 

Stell dir vor, du bist ein Portier in einem eleganten, teuren Hotel und deine Gedanken sind die Gäste. Der Portier öffnet die Türe und lässt die Gäste herein, aber er folgt ihnen nicht auf ihr Zimmer. Der Portier öffnet die Tür und lässt die Gäste hinaus, aber er folgt ihnen nicht in die Stadt. Tsoknyi Rinpoche

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